SicLenundzwanzigstes Kapitel.
Nachdem Christian, voll von den tiefen und verrätherischenEntwürfen, mit denen er umging, die prächtige Wohnung desHerzogs von Buckingham verlassen hatte, eilte er nach derStadt, wo er in einem anständigen, von einem Mann feineseignen Glaubens gehaltenen Wirthöhause unerwartet zu einerZusammenkunft mit Ralph Bridgenorth von Moultrassie-Halleingeladen worden war. Er hatte sich nicht getäuscht — derMajor war diesen Morgen angekommen, und erwartete ihnmit Ungeduld. Das gewöhnliche Düster seines Ansehens warin einen noch dunkler» Schatten der Unruhe gehüllt, welcheselbst kaum gemindert wurde, als Christian, auf Erkundigungnach seiner Tochter, ihm die günstigste Nachricht von ihrerGesundheit und Munterkeit gab, und diese mit so natürlichenund ungezwungenen Lobreden auf ihre Schönheit und Ge-müt-Sart begleitete, daß sie wohl dem Ohr eines Vaters sehrangenehm sein mußten.
Aber Christian hatte zu viel Verschlagenheit, um sich überdiesen Gegenstand auszubreiten, so schmeichelnd er auch war.Er brach gerade bei dem Punkt ab, wo er als ein zärtlicherVerwandter genug gesagt zu haben scheinen konnte. „DieDame," sagte er, „bei welcher ich Alerien untergebracht, warentzückt über ihr Aeußeres und ihr Benehmen, und versprach,für ihre Gesundheit und Wohlfahrt verantwortlich zu sein.Ich hätte aber," setzte er hinzu, „nicht so wenig Zutrauenvon Seiten meines Bruders verdient, daß er, dem verabre-deten Plane zuwider, nöthig gehabt hätte, vom Lande herbei