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ich erwarte ihn alle Stunden. Ich bin nur wegen der gräm-lichen Tugend des Mädchens in Besorgniß; denn sie ist nachder Weise unserer Großmütter erzogen worden; — unsereMütter hatten mehr Verstand."
„Was? so schön, so jung, so sinnreich, und doch so spröde?"sagte der Herzog. „Mit Eurer Erlaubniß, Ihr sollt mich ebensowohl bei ihr einführen, als Chiffinch."
„Damit Euer Durchlaucht sie von ihrer unbeugsamen Sitt-samkeit heilen möge," sagte Christian.
„Ei, ich will sie nur lehren, sich in ihrem eigenenLichte zu zeigen. Könige lieben cs nicht, den Hof zu ma-chen und zu werben; die Beute soll vor ihnen schon niedergejagt sein."
„Mit Euer Durchlaucht Verlaub, dieß kann nicht geschehen— Mn onnnlms äorinio — Euer Durchlaucht können die klas-sische Anspielung. Wenn dieß Mädchen der Liebling einesPrinzen wird, so vergoldet der Rang die Schande und dieSünde. Aber vor Jemandem unter der Majestät darf siedie Segel nicht streichen."
„O über Eucrn thörichten Argwohn," sagte der Herzog,„ich scherzte nur. Glaubt Ihr, ich wollte mich selbst einmi-schen, um einen mir so vorthcilhasten Plan zu verderben, wieder ist, den Ihr mir vorgclegt habt?"
Christian lächelte, und schüttelte den Kops. „GnädigerHerzog," sprach er, „ich kenne Euer Durchlaucht so gut, odervielleicht besser, als Ihr Euch selbst kennt. Einen wohl über-legten Liebeshandel durch einen Querstrich von Eurer eigenenErfindung zu verderben, würde Euch mehr Vergnügen ma-chen, als ihn zu einer glücklichen Ausführung nach den Plä-nen Andrer zu bringen. Allein ShafteSbury und alle damit