387
sage Euch, die niedrige Buhlerin, die Herzogin von Ports-mouth, nahm sich unverschämt heraus, mir entgegen zu seinund zu widersprechen; und Carl hat mir sowohl finstereBlicke, als harte Worte bei Hofe gegeben. Ich wollte, erkönnte muthmaßen, worin die Beleidigung zwischen ihr undmir besteht! Ich wünschte, daß er nur das wüßte! Ader dieFedern sollen ihr ausgerupft werden, oder ich will nicht Vi-siers heißen. Ein nichtswürdiges französisches Freudenmäd-chen kann mir so trotzen! Christian, Ihr habt Recht; keineLeidenschaft regt den Mut- so auf, als Rache. Ich will dasComplot beschützen« wenn cs auch nur wäre, um ihr zutrotzen, und es dem König unmöglich zu machen, sie aufrechtzu erhalten."
Als der Herzog sprach, kam er allmälig in Leidenschaft,und durchschritt das Zimmer mit eben so viel Heftigkeit, alswäre cs sein einziger Zweck auf Erden, die Herzogin um ihreMacht und Gunst bei dem Könige zu bringen.
Christian lächelte innerlich, ihn dem Gemütszustände sichnähern zu sehen, in welchem man am leichtesten auf ihn wir-ken konnte, und schwieg klüglich still, bis der Herzog in Ver-druß zu ihm ausrief: „Nun, kluger Rathshcrr, Ihr, der Ihrso manche Entwürfe gemacht habt, diese gallische Wölfin zuüberlisten, wo sind nun alle Eure Kunstgriffe? — Wo ist dieausnehmende Schönheit, die das Auge des Monarchen beimersten Anblick fesseln sollte? — Hat sie Chiffinch gesehen? Undwas sagt er, dieser auserlesene Richter über Schönheit undMandelsuppe, Weiber und Wein?"
„Er hat sie gesehen und ihr seinen Beifall geschenkt,hat sie aber noch nicht gehört; und ihre Rede entspricht allemklebrigen. Wir kamen gestern hierher; und heute will ichChiffinch zu ihr führen, sobald er vom Lande ankommt; und
2S'°