Leidenschaft zu befriedigen; und daß die arme Schönheit, dieeinmal hinreichte, Euch irre zu leiten, allmählig unter Gramund Kummer hinwelkt. Dieß will ich nicht zu besorgen ha-ben. Ich sehe deutlich, es ist das Beste, wir brechen hier ab,und trennen uns, und ich danke Gott, der mir Erleuchtungunv Kraft genug gibt, sowohl Eure als meine eigne Thorheiteinzusehen und zu bekämpfen. Lebt also wohl, Julian; em-pfangt aber erst meinen ernsten Rath, weßwegen ich Euch hie-her rief: — Scheut meinen Vater — Ihr könnt seinen Wegnicht gehen, und der Dankbarkeit und der Ehre treu bleiben.Was er aus reinen und achtbaren Beweggründen thut, dabeikönnt Ihr ihm nicht helfen, ausgenommen auf Eingebung ei-ner albernen und eigennützigen Leidenschaft, und mit Gefähr-dung aller Verbindungen, in die Ihr beim Eintritt in's Lebengesetzt worden seid."
«Noch einmal, Alexie," sprach Julian, „ich verstehe Euchnicht. Ist ein Verfahren gut, so' bedarf es keiner Rechtferti-gung aus dem Beweggründe des Thäters, — ist es schlecht,so kann cs daher keine erhalten."
„Ihr könnt mich nicht mit Eurer Sophisterei blenden, Ju-lian," sagte Alerie, „so wenig Ihr mich mit Eurer Leiden-schaft zu überwältigen vermöcht. Hätte der Patriarch seinenSohn aus einem geringcrn Grunde, als-aus Treue und Ge-horsam gegen einen göttlichen Befehl zum Tode bestimmt, sohätte er einen Mord und kein Opfer beabsichtigt. Wie vielezogen in unserm letztern blutigen und traurigen Kriege aufbeiden Seiten das Schwert ans den reinsten und achtbarstenBeweggründen? Wie viele auf die strafbaren Eingebungendes Ehrgeizes, der Selbstsucht und des Wunsches zu plün-dern? Noch einmal, ich warne Euch, meidet meinen Vater— verlaßt diese Insel, welche bald von auffallenden Ereig-