213
Man sagte ihm in dem Fischerdorfe, daß die Nachtglocke desSchlosses früher als gewöhnlich gezogen worden wäre und dieWache mit ungewöhnlicher und argwöhnischer Vorsicht gehal-ten würde.
Er beschloß daher, die Besatzung nicht durch eine so späteAnkunft in Bewegung zu setzen, und erhielt ein schlechtesNachtquartier im Dorfe, von wo aus er am folgenden Mor-gen in's Schloß gehen wollte. Es that ihm nicht leid, soeinige einsame Stunden zu gewinnen, um über die beunruhi-genden Begebenheiten des vergangenen Tages nachzudenken.
Fünfzehntes Kapitel.
Sodar oder Holm-Peel ist eines jener sonderbaren Denk-mäler des Alterthums, woran diese merkwürdige und inter-essante Insel reich ist. Es nimmt das Ganze einer hohen fel-sigen Halbinsel, oder vielmehr eine Insel ein; denn es ist beihohem Wasser von der See umgeben und kaum zugänglich,selbst wenn die Fluth vorüber ist, obgleich ein Steindamm vongroßer Festigkeit, zu diesem ausdrücklichen Zweck errichtet, dieInsel mit dem festen Lande verbindet- Der ganze Raum istvon doppelten, sehr starken und dicken Mauern umschlossen,und der Zugang zum Innern geschah zu der Zeit, von derwir sprechen, bloß durch zwei Treppen von steilen und schma-len Stufen, die durch einen starken Thurm und ein Wacht-haus von einander getrennt waren ; unter dem erstern hefindetsich ein gewölbter Thorweg. Der offene Raum innerhalb der