Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

Natur durch mütterlichen Gram und durch die ängstliche undnagende Bekümmcrniß erschöpft worden war, daß die verlor-nen Kinder von ihr die schwächliche Gesundheit hätten, welcheden Druck des Daseins nicht ertragen konnte- Dieselbe Stimme,die dem Major Bridgenorth die Vaterfrcude meldete (cs wardie freundliche Stimme der Lady Peveril), mußte ihm auchdie traurige Botschaft bringen, daß er nicht mehr Gatte sei.Bridgenorth's Gefühle waren mehr starr und tief, als flüchtigund heftig, und sein Kummer nahm die Gestalt einer düsternBetäubung an, von welcher weder die freundlichen Vorstellun-gen des Ritter Peveril's (der nicht unterließ, in diesem Be-drängniß zu ihm zu kommen, wiewohl er den presbyteriani-schen Geistlichen bei ihm anzutreffen gewiß war), noch dieTrostgründe des Pfarrers den unglücklichen Wittwer aufzurich-ten vermochten.

Endlich machte Lady Peveril an dem Leidenden einen Ver-such, den der Anblick des Elends und ihr Mitgefühl ihr ein-gab, und der oft dem bis zur Verzweiflung gestiegenen Grameinen lindernden Ausbruch in Thränen verschafft. Sie legtein Bridgenorth's Arme das Kind, das ihn ein so theuresOpfer kostete, und beschwor ihn, zu bedenken, daß seine Alerienoch nicht für ihn todt sei, da sie in dem hülflosen Kinde»fortlebe, das sie seiner Vorsorge überlassen.

Nehmt sie weg! nehmt sie weg!" sagte der unglücklicheMann, und das waren wieder seine ersten Worte gewesen.Laßt sie mich nicht ansehe»; es ist nur eine andere Blüthe,die geblüht hat, um zu verwelken, und der Baum, der sietrug, wird nicht wieder blühen!"

Er warf das Kind fast in Lady Peveril's Arme, hielt dieHände vor das Gesicht und weinte laut. Lady Peveril sagte