Druckschrift 
Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
Seite
301
Einzelbild herunterladen
 

301

es erfuhr, rieth ich ihm ernstlich davon ab, aber viel-leicht mit zu viel Gelindigkeit. Er kam in eine Schlägcrev,ward in Arrest genommen, und wegen der Streitigkeiten,welche unter dem Reichsmarschall-Amte und den Gesandt-schaften wegen der Jurisdiction über die Bedienten sind,war ich endlich genöthigt, ihn abzuschaffen, nachdem ichihn schon einmal nach einer solchen Affaire wieder an-genommen hatte. Die gute Begegnung war ihm alsonur schädlich gewesen, ob ich mir gleich sonst Mühe gab,ihn zu bessern, und ihn geschickt zu machen, in solchenSachen, die sich für seinen Stand schickten. Ich ver-schaffte ihm indessen nachher einen guten Herrn wieder.

Darauf habe ich einen andern Bedienten angenom-men, welchem ich weder so viel Kost und Lohn gebe,noch in der Aufwartung so viel einräume, und er isthundertmal besser, als der erste ...../

Meine Charlotte ist Ihnen zuvorgekommen, und hatIhren Auftrag schon vorher ausgcrichtet. Sie hat michoft erinnert Ihnen wieder zu schreiben. Sic wollte garzu gern wieder einen Brief von Ihnen lesen hören. Ickwerde bald eifersüchtig, denn ohne Sie von Person zukennen, ist sic von Ihnen eingenommrn. Wäre dies;nicht, so würde ich Sie bitten einmal hierher zu kommen,da eS Ihnen doch gleich viel zu seyn scheint, in welchemTheile der Welt Sie sind. Immerhin sollen Sick mirwillkommen sehn, und ich will es gern sehen, wenn