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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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meine Charlotte Sie gern hat, nur nickt mehr als mich,

das versteht sich ..

Ich habe es mit Vergnügen gelesen, wenn Sie vonmeiner Charlotte schreiben: denn ich liebe sie noch immerwie vorhin. Ihr Herz,und ihr Geist ist es vor-nämlich, was mich zu ihrem Gefangenen macht; IhrGefühl, ihr Verstand, ihre Lebhaftigkeit, die alles belebt,was um sie her ist. Ich bin unvermerkt bemühtgewesen, sie weiter bilden zu helfen, und sie ist so gefällig,meine Denkungsart anzunehmen, so weit cs sich mit ihrerMunterkeit vereint. Ich würde der glücklichste Menschseyn, wenn nicht das oben erwähnte, mein Glück be-schränkte. Die Abende sind noch immer daS Beste wasich habe. Dieß ist gleichsam das geheime Conseil, wojedes Herz offen ist. Von dem ganzen Tage wird aufdiese Zeit gespart. Es wird auch nicht allein gesprochen,sondern auch gelesen, und über mancherley deliberirt.Die beste Mutter prästdirt in diesem Conseil; die ältesteSchwester ist gegenwärtig, der Vater geht gewöhnlichfrüh zu Bette, und die übrigen Kinder sind schon lange

schlafen gegangen.

Vielleicht wollen Sie wissen, wie weit unsere Ver-bindung gekommen. Sie ist wie sie war. Wir liebenuns. Wir haben uns eins für das andere auf immerbestimmt, aber ohne, daß eine sonst gewöhnliche Ver-sprechung vorgegangcn. Ich wünschte herzlich, daß wir