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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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wieder dahin bis t 1 Uhr. Diese Stunden sind der Liede,der Freundschaft und dem vertraulichen Gespräch gewidmet.Die Unschuld und Tugend setzt die Gränze». Diewürdigste, die sanfteste und tugendhafteste Mutter hatihre Kinder allezeit unter Augen, und diese entziehen sichihr nie. Meine Charlotte bildet sich täglich mehrauS. Sie können denken, daß dieses einem Mädchenvon 18 Jahren einen Reiz giebt, welcher weit mehr be-zaubert, als wenn sie die größte Schönheit wäre ......

Die Erfahrung, welche Sie an Ihrem Bedientengemacht, habe ich auch gemacht. Ich habe immer geur-theilt, daß die wenigsten Herrn mit ihren Bedientenumgingen, wie' es sehn sollte. Ich nahm mir daher vor,den meinigen, welchen ich hierher mitnahm, wie meinesGleichen zu begegnen, und keineswegs als eine niedrigereGattung Menschen zu betrachten. Ich hielt ihn gut. Erhatte gute Tage; ich ließ mir nicht, wie sonst gewöhnlich,aufwarten, und wollte ihn gleichsam nur als einen Ge-bülfen in denjenigen Sachen haben, wozu ich nicht Zeithatte, sie zu besorgen. Zwar wußte er es wohl zu er-kennen, und hätte vielleicht sein Leben für mich gewagt.Allein, meine Nachsicht, seine guten Tage, der Ueber-fluß, machten ihn unordentlich. Er hielt sich viel imWirthshause auf, blieb wohl des Nachts aus, geriethin Schlägerehen, und ward ein Held, und furchtbar unterseinen Cammeraden, lange ohne mein Wissen. Als ick