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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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mein Freund sind, den ich hochschätze, den ich verehre.Sehen Sie da noch die alten Empfindungen meines Her-zens. Ich werde älter; alsdann soll man härter, unem-pfindlicher gegen die edlen Empfindungen werden; und,Danck sey es dem Höchsten, Ihm, der mich Ihm nochimmer für seine Wohlthaten dancken läßt, daß ich nochallezeit mein Vergnügen darin finde. Fühlen Sie mitmir mein Glück; Ihr mcnschenliebendcs, Ihr freundschaft-liches Herz thut cs gern. Ich bin gesund; ich habewovon ich leben kann; ich habe Freunde. Es ist zwaralles vergänglich; es können Widerwärtigkeiten kommen.Aber ein Blick auf das Vergangene macht mir Muth.Meine Wünsche suche ich auf. die Möglichkeit einzu-schränken; .dieß macht mir ihre Erfüllung hoffend.

Um etwas wichtiges habe ich Sie zu Rathe zuziehen. Es geschieht im Vertrauen.

Ich bin hier in einem Hause bekannt; gewiß derbeste Theil der Stadt; wem es die Eigenliebe nicht ver-bietet, erkennt cs auch dafür, Vornehme und andere; wergenau darinn bekannt ist, ist so zu sagen entzückt davon.Ein redlicher Vater, ein munterer Alter, durch Mässigkeitund' gute Natur noch stark, dienstfertig für jedermann,und rechtschaffen; obgleich ein wenig rauh (in Vergleichungmit der folgenden Person), doch menschenliebend. DieMutter hier weiß ich nicht, wo ich anfangen sollmit einem Worte die beste Frau, die beste Mutter, und