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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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und zankte sehr. Nun sah er erst ein was er gethanbatte; das Buch war aber schon an die Buchführer ge-langt, und er hoffte noch, daß wir uns geirrt habensollten.

Ehe ich weiter schreibe, bitte ich Sie inständigstdiesen Brief gleich zn verbrennen; wenn er verlorengienge, so bekämen wir eine neue Auslage mit Anmer-kungen. Ich habe mir vorgenommen, mich künftig zuhüten, daß ich keinem Autor etwas schreibe, was nicktdie ganze Welt lesen darf.

Nun aber ersnche ich Sie, bey Mendelsohn undsonst zu äussern, daß Sie gewiß wüßten, daß in demBuche die Jerusalemische Geschichte hauptsächlich zumGrunde liege. (Dieß ist wahr, und dem Todten gleich-gültig.) Allenfalls können Sie hinzusetzen, daß die Cha-ractere zum Theil wahr wären, aber nicht in der Maaße,daß der tragische Erfolg daraus sliessen könne. Wennuns jemand kennt, so suchen Sie das Nachtheilige, dasim Buche von uns liegt, von uns abzuwenden. MeinerFrau Bild ist in dem, w.as an Lotten liebenswürdig unduntadelhaft ist, getreu. Schliessen Sie daraus, wie na-türlich es zugegangcn, daß ich sie lieben mußte, da ichsie in ihrer unerfahrenen Jugend kennen lernte. Wennich von ihr hätte lassen müssen; so stehe ich nicht dafür,ob ich nicht Werther geworden wäre. Darin erkenneich mich in Albert nicht.