Druckschrift 
Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

226

Ehe ich aus Wetzlar gereisct, 2 Monat vorher, bin ich .mit meinem Lottchen auf ewig verbunden, und cs warmir wohl, als ich es war, und bin cs noch. Daraufführte ich Lottchen in meinem Herzen im Triumph hier-her. Sie ward ausgenommen, wie sic cs verdiente. ZuWetzlar war ich meiner Stelle müde, ich suchte daherzurückberusen zu werden, und erhielt die jetzige Stelle,die zwar nock nickt viel einträgt, die ich aber doch gernannahm, um erst wieder hierher zu kommen. Bald nack-her erhielt ich einen Brief über Wetzlar von Ihnen.Ich antwortete bald und schrieb Ihnen meine ganze Ge-schichte. Ich schickte diesen Brief an den Churbranden-burgischen Legations-Secretair Ganz zu Wetzlar; der ihnaber nicht bestellt haben muß, oder er ist sonst verloren.Nunmehr erwartete ich längst eine Antwort und warimmer im Begriff noch einmal zu schreiben, denn Siesind noch immer mein erster Freund, und ich Ihnenganz der nämliche, der ich immer war. Zu Wetzlarhabe ich nur einen gesunden, den ich Ihnen gleich nach-setze; sein Namen ist schon bekannt genug, er heißt Goethe.Sie können es daraus schliessen, daß er mir mit den Leidendes jungen Werthers, ohne Vorsatz jedoch, und in seinerAutor-Wärme, oder Itckourcksrie, keinen angenehmenDienst gethan hat; indem mich vieles darin verdrießt,so wie meine Frau auch, und der Erfolg uns doppeltverdrießt: Aber dennock bin ich geneigt es ihm zu