Druckschrift 
Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

97

gestört, und unter diesem theuren Paar Uneinigkeit gestif-tet rc. Anfangs sey seine Neigung gegen seine Fraunur Tugend gewesen ic. In der Ewigkeit aber hoffe erihr einen Kuß geben zu dürfen:c. Er soll dreh Blättergroß gewesen seyn, und sich damit geschlossen haben:Um 1 Uhr. In jenem Leben sehen wir uns wieder."(Vermuthlich hat er sich sogleich erschossen, da er diesenBrief geendigt.)

Diesen ungefähren Inhalt habe ich von jemand,dem der Gesandte Höffler ihn im Vertrauen gesagt,welcher daraus auf einen würklich strafbaren Umgangmit der Frau schliessen will. Allein bey H . . . warnicht viel erforderlich, um seine Ruhe zu stören undeine Uneinigkeit zu bewürken. Der Gesandte, deuchtmich, sucht auch die Aufmerksamkeit ganz von sich, aufdiese Liebesbegebenheit zu lenken, da der Verdruß vonihm wohl zugleich Jerusalem determinirt hat; zumalda der Gesandte verschiedentlich auf die Abberufung desJerusalem angetragen, und ihm noch kürzlich starke ro-proolren vom Hofe verursacht haben soll. Hingegen hatder Erbprinz von Braunschweig, der ihm gewogen gewesen,vor Kurzem geschrieben, daß er sich hier noch ein weniggedulden mögte, und wenn er Geld bedürfe, es ihmnur schreiben sollte, ohne sich an seinen Vater, denHerzog, zu wenden.

Nach diesen Vorbereitungen, etwa gegen 1 Uhr,

.Ikcstner, Moctlic ,>d Wertber. 8 "7