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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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dieses, ohne den mindesten Zweifel übrig zu lassen, völligentscheiden müssen; denn was vorhin meistens nur Hoff-nung, nur Wahrscheinlichkeit, nur Keim, nur Anlagewar, das ist jetzt sichtbare, unläugbare Gewißheit, dasist jetzt die reife Frucht und vollendete Vollkommenheit,Sie verstehen mich auch, wenn ich sage, daß diese Situa-tion ihr nicht nur die Vollendung gegeben, sondern sieauch darin erhält, und sie vor den Abwegen bewahrt,wohin die Mädchen nur zu leicht gerathen, wenn sieMuße genug haben, in dem Putz, in dem zu vielenBücherlesen, und in den anderen vcrmeyntlichen Voll-kommenheiten, ihre Vorzüge zu suchen. Ein Mensch,deßen Urtheil von Erheblichkeit ist, gestand diesen Som-mer, er hätte noch kein Frauenzimmer gefunden, das sovon den gewöhnlichen weiblichen Schwachheiten freywäre re. Wenn ich vor Ende dieses Brieses die Schil-derung bekomme, welche er von Lottchen gemacht hat,will ich sie noch hersetzcn.

Ob nun gleich die Last, welche in dieser Situationauf ihr ruht, wie leicht zu begreifen ist, leicht hindernkönnte, daß ihr ^ Werth dem nicht scharfsinnigen Augeverborgen bliebe, da sie nicht eigentlich eine sogenannteglänzende Leautö ist, nach dem gemeinen Sinne; mirist sie's; so bleibt sie doch immer daS bezaubernde Mäd-chen, das Schaaren von Anbetern haben könnte, alteund junge, ernsthafte und lustige, Kluge und Dumme ic.