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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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Sie weiß sie aber bald zu überzeugen, daß sie entwederin der Flucht oder in der Freundschaft ihr einziges Heilsuchen müssen. Eines von diesen, als des merkwür-digsten, will ich doch erwähnen, weil er aus uns einenEinfluß behalten. Ein junger Mensch an Jahren (23),aller in Kenntnissen und Entwickelung seiner Seelenkräfteund seines Charakters schon ein Mann, ein ausseror-dentliches Genie und ein Mensch von Charakter, warhier, wie seine Familie glaubte, der Reichs-Prariswegen, in der That aber um der Natur und der Wahr-heit nachzuschleichen, und den Homer und Pindar zustudiren. Er hat nicht nöthig des Unterhaltes wegenzu studiren. Ganz von öhngefähr, nach langer Zeitseines Hicrseyns, lernte er Lottchen kennen, und in ihrsein Ideal von einem vortrefflichen Mädchen; er sah siein ihrer fröhlichen Gestalt, ward aber bald gewahr,daß dieses nicht ihre vorzüglichste Seite war; er lerntesie auch in ihrer häuslichen Situation kennen, und ward,mit einem Wort, ihr Verehrer. ES konnte ihm nichtlange unbekannt bleiben, daß sic ihm nichts als Freund-schaft geben konnte, und ihr Betragen gegen ihn gabwiederum ein Muster ab. Dieser gleiche Geschmack,und da wir uns näher kennen lernten, knüpfte zwischenihm und mir das festeste Band der Freundschaft, sodaß er bcy mir gleich auf meinen lieben Henningsfolgt. Indessen, ob er gleich in Ansehung Lottchens alle