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hervorgerufen scheu, »ns sogleich wieder beruhigten. DerZornbrief (Nr. 68), so feindlich einige Worte desselbenlauten, reicht allein hin, um sowohl Goethe's Verhält-niß zu dem Brautpaar, als seine durch einen vorüber-gehenden Ausbruch von Unmuth, den die Umstände wohlentschuldigen konnten, durchscheinenden wahren Gesinnun-gen zu erkennen. Er, der dem jungen Gatten mit Bit-terkeit vorwars, nach der Heirath von der Freundschaftabgefallen zu sein, zeigt ihm, mitten unter den heftigstenAusdrücken des Unwillens, im Tone der Erkenntlichkeitan, daß er durch Annchcn, die Freundin, LottensBrautstrauß erhalten, und sich damit geschmückt habe.Tief betrübt bei der letzten Entscheidung, trägt er so dasPfand seines Verlustes am Hute, für ihn eine Zier-heroischer Tugend, und erläutert diesen -Akt durch dienoch edleren Worte: „Ich höre, Lotte soll noch schöner,lieber und besser seyn, als sonst." So sehr also erfülltihn die reinste Freundschaft, daß er seine» Schmerz ver-gißt über die Freude an ihrer Vortrefflichkeit, daß er-ahne Haß seine Augen weidet an ihrem hohen Wertste,in demselben Moment, wo es zur Gewißheit wird^ daßer sie entbehren soll. Gerührt hierdurch, eilte Lcstnerin zwei Briefen die Wunden des tobenden Freundes zuheilen. Diese Freunde konnten ihr gegenseitiges Wohl-wollen nicht entbehren, und Goethe's Erwiederung zeigt,daß das Mißverständlich nur sechs Tage gewährt hat.