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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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für den, der ihn betrogen hatte, und in jungen Mäd-chen seiner Bekanntschaft sich an Aehnlichkeitcn mit derEntbehrten zu erholen sucht; wie ihm endlich, gleichallen tüchtigen Naturen, aus eigenen Mitteln die Arz-nei seiner Krankheit wird, und sein Genie nicht litt, daßdie Leidenschaft, wenn.gleich seine Eristenz bedrohend,ihm zerstörend werden konnte, da er stets von neuenSchöpfungen von Innen sich bestürmt sah, bis er indem großen Gedichte von seiner schönen Last sich vollendsbefreite.

In diesem allgemeinen, wie es uns scheint noth-wendigcn Gange seiner Stimmungen, haben wir die^Briefe geordnet. In den gegen den Sommer 1773 ge-schriebenen begegnen wir einem wieder wachsenden Un-muts), so daß er, unter anderen, sich vorwirft,seineZeit zu verderben," und hatte doch den Götz von BerT'lichingen schon geschrieben, und ging ohne Zweifel mitPlänen zum Werther uml Denn die Hochzeit derFreunde nahte heran, und ihre Abreise in die weiteFerne, die letzte Entwickelung dieser wichtigen Epocheseines Lebens. Doppelt reizbar in dieser Aufregung,glaubt er zum erstenmale Eifersucht in einem BriefeKestners zu erblicken, und antwortet in einem Zorn,welcher die schönen Eindrücke unserer Briefe einen Augen-blick unterbrechen könnte, wenn nicht die Beweise wech-selseitig treuer Gesinnungen, die wir bei diesen Anlässen