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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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Herzen lag, daß er selbst das Datum dieses in seinemJugendleben entscheidenden Tages heilig gehalten hat.

Dieser Moment, womit das erste Buch des „Wer-ther" schließt, ist denn auch der, wo in dem RomanWahrheit und Dichtung sich gänzlich scheiden. Im zwei-ten Buche borgt Goethe von Jerusalem einige Begeben-heiten, besonders die schließliche Katastrophe; an Lot-tens und Kestners Stellen erscheinen neue Personen,jenen eben so fern stehend, wie ihre erdichteten Erleb-nisse. Die Wirklichkeit beschränkt sich allein auf dennunmehr eintrctenden Briefwechsel mjj den entferntenFreunden.

Der Flucht Goethe's, welche ihn an jenem Tagevon ihnen, einen kurzen Besuch ausgenommen Z aufimmer getrennt hat, verdanken wir diese Briefe, diewie jugendliche Zeugen zu uns reden, über einen Charak-ter, über Gesinnungen, die Goethe — wir erkennen esin seiner Biographie, — später kaum noch an sich ge-kannt hat.

Um so mehr muß uns erfreuen, die Biographiedurch diese seine eigenen Zeugnisse wesentlich ergänzt undvon. dem Jünglinge wieder gewonnen zu sehen, was erim Alter bei der Schilderung seiner schönsten Lebens-pcriode, obgleich ihr manche Silberblicke nicht fehlen,

' Uebcr diesen Besuch S. Kestner's Tagebuch Nr. 19 derDocumente.