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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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sich selbst an Ruhm entzogen hat. Wer aber auch inGocthe's späterer Zeit den Dichter, den Menschen vondem Weltmanne beeinträchtigt finden wollte, erkennt dochimmer in unsern Eröffnungen den angebornen edlenMenschenstoff, der durch seine Werke fließt.

Pollständig, so weit die Briefe vorhanden — dennunverkennbar sind mehrere Lücken in der Correspondenz— und, wie sich von selbst versteht, mit Weglassungdes Wenigen, was Lebende verletzen kann, sind dieseBriefe unten abgedruckt. Daß nichts Wesentliches weg-gelassen, und bei dem Gegebenen die strengste Wahrhaf-tigkeit beobachtet sei, können zahlreiche Freunde und Be-kannte bezeugen, denen die Briese in ihren Originalenstets bereitwillig vorgelegt sind. So viele Zeichen derOriginalität man aber in einem gedruckten Buche gebenmag, ihre Reliquicnanmuth kann nur beim Anblick derOriginale empfunden werden: wie in Goethc's schlankenoft den Charakter wechselnden Schriftzügcn die ganzeMannigfaltigkeit seiner wechselnden Stimmungen sich ab-zuspiegeln scheint. Manche derselben sind unansehlicheBlätter, groß oder klein, fein oder grob, so wie sie seinersorglosen Hand auf dem Schreibtische, unter Entwürfenvon Gedichten und Journalartikeln, oder unter dem Ab-fall von Bricfcouverten begegnen mochten. Mit allerdieser Nichtachtung des äußerlich Herkömmlichen er-mangeln dennoch wenige dieser Blätter einer gewissen

Kestncr, Goethe und Weither 2