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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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erzählt. Goethe war sehr niedergeschlagen weggereiSt.Nachmittags brachte ich die Billets von Goethe an Lott-chen. Sie war betrübt über seine Abreise; es kamenihr die Thränen beim Lesen in die Augen. Doch war ,es ihr lieb, daß er sort war, da sie ihm das nicht /geben konnte, was er wünschte. Wir sprachen nur vonihm; ich konnte auch nichts anders als an ihn denken,vertheidigte die Art seiner Abreise, welche von einemUnverständigen getadelt wurde; ich that cs mit vielerHeftigkeit. Nachher schrieb ich ihm, was seit seiner Ab-,reise vorgegangen war." ^

Der 10. September also war, wie wir hieraussehen, der Vorabend dieser merkwürdigen Trennung.Schlagen wir nun den „Werther" auf, und wir sehen,daß der 10. September ebenfalls das Datum des Brie-ses ist, der am Ende des ersten Buchs dieses Romansden Vorabend eben dieser Trennung darstellt. KestnersTagebuch, dessen Thatbestand des verlebten Tages dieserBrief zu einem Bilde erhebt, erläutert uns, warum ausjedem Worte desselben die Wärme einer wirklich em-pfundenen Freundschaft und die Gluth einer wirklich em-pfundenen Liebe spricht; denn es war der von demDichter selbst erlebte, entscheidende Moment, j den imGemälde seiner Liebe zu verewigen, ihm ^so sehr am

' Auch besuchte bald darauf.Kcstner Goethcu in Frankfurt.S. dessen Tagebuch Nr. 10 der Documeutc.