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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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Goethe hat seinen Trennungsschmerz in den Blät-tern niedergelegt, die er den beiden Verlobten amll. September 1772 zurückließ, und die von den unten-stehenden Briefen des abwesenden Goethe den Anfang. machen. Dem Roman „Wertster" alsdann, hat er, wiewir sogleich zeigen werden, von diesem bedeutenden Le-bensmoment, ein dauerndes Denkmal in einem derschönsten Briefe eingedrückt. In welcher Betrübniß erdie beiden Verlobten und das ganze väterliche HausLottens zurückließ, sehen wir endlich aus einem Tage-buchsblatte Kestners, dessen getreuer Inhalt folgender ist:

September 10. 1772.

.... „Mittags aß vr. Goethe bey mir im Garten;ich wußte nicht, daß es das letzte Mal war. .... Abendskam I)i. Goethe nach dem deutschen Hause. Er, Lott-cben und ich hatten ein merkwürdiges Gespräch von demZustande nach diesem Leben, vom Weggehen und Wie-derkommen w. rc., welches nicht er, sondern Lottchen an-fing. Wir machten mit einander aus, wer zuerst vonuns stürbe, sollte, wenn er könnte, den Lebenden Nach-richt von dem Zustande jenes Lebens geben; Goethe wurdeganz niedergeschlagen, denn er wußte, daß er am andernMorgen Weggehen wollte."

September^ll. 1772.

„Morgens um 7 Uhr ist Goethe weggereiset, ohneAbschied zu nehmen. Er schickte mir ein Billet nebst