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Auslegung des in Goethe's „Wahrheit und Dichtung"S. 115 und .117 des 22. Bandes seiner sämmtl.Werke, mit anmuthiger Ausführlichkeit entworfenen Bil-des von Lotten und von seinen Verhältnissen mit denbeiden Verlobten. „Leicht aufgebaut, nett gebildet" nennter Lottens Gestalt, „rein und gesund ihre Natur." SeinLeben mit ihnen nennt er „eine acht deutsche Idylle,wozu das fruchtbare Land die Prosa, und eine reineNeigung die Poesie gab;" indem alle drei, in wechsel-seitig inniger Zuneigung und Großmuth, „sich an einandergewöhnt hatten, ohne es zu wollen, und nicht wußten,wie sie dazu kamen, sich nicht entbehren zu können."
War auch jene Zeit, von welcher er . hier schrieb,weit zurück, so daß in seinen Erzählungen von Einzel-heiten manche Erinnerung verloschen, auch das Frühereund spätere oft vermengt ist; so sehen wir doch seinHerz liebesjung sich lebhaft der Vergangenheit erinnern,wenn er, in dem Rückblick darauf, mit dem wehmüthigenGefühl, sie jetzt nicht mehr genügend darstellen zu kön-nen, sagt: „Es würd^ der Dichter jetzt die verdüstertenSeelenkräfte vergebens''äivufen, umsonst von ihnen for-dern ,, daß sie jene liebsickkiK Verhältnisse vergegenwärtigenmögten, welche ihm dey* Aufenthalt im Lahnthale sohoch verschönten"; sich aber tröstend hinzufügt: „Glück-licherweise hatte der Genius schon früher dafür gesorgt,und ihn angetrieben» in vermögender Jugendzeit das