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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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im Briefe vom 16. Jun. pag. 21 des ersten Buches, denStoff gegeben) und schon am andern Tage erfolgte seinerster Besuch ihrer Familie im deutschen Hause?

In dieser reinen, durch den Segen der unlängstverstorbenen Mutter geheiligten Atmosphäre, fand Goethevier Monate lang seine Lebenslust. Um Lottens willenhatte er zuerst Aufnahme in der Familie gesucht. Aberhier kamen die blühenden Kinder, eins schöner als dasandere, um ihn her gesprungen, und nahmen ihn mitzwanzig Händen in Besitz, jubelnd über den schönenneuen Vetter oder Onkel, ihn, der nicht lieber dieOdyssee lesen mochte, als ihnen Mährchcn erzählen, undauf dem Boden unter ihnen, von den wilden Bubensich zerzausen lassen. Von dem Amtmann wie einSohn, von den mehr herangewachsenen Geschwistern wieein älterer Bruder geliebt, wurde er in kurzer Zeit Kest-ncrn und Lotten innigst befreundet. Kestner stellte ihnin seinem Herzen seinem Jugendgefährten v. Henningszunächst; Gocthen, dem Dichter, dessen Beruf daSSchöne war, war es natürlich, hier wieder zu lieben,und beide junge Männer, während sie in jedem Augen-blicke die größten Gefahren, denen die Freundschaft be-gegnen kann, überwanden, legten sich gegenseitig das

° Kestner's Beschreibung desselben Abends, des 9. Jun. 1772,in dem Fragmente eines Brief-Entwurfs, ist in Nr. 2 der Documenteenthalten.