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Was rührt mich so in diesem Briefe, was macht ihn mir soweit und reich über seinen armen Umfang? Er klingt an einDasein, das ich mein Leben lang gesucht, das ich in Momenten,Situationen charakterisirt gefunden zu haben glaubte. — —
Auch fühle ich im Eindruck dieses goldenen Blattes ausdem Herzen eines Kindes, das immer nur zwei Blätter inseinem Herzbuch hat, eines voll Jesu- eines voll Menschenliebe,die dicht an einander liegen, in diesem Augenblick eine Erinne-rung an das Menschenbild, was mir vorschwebte, da ich nichtohne einige gute Bewegung die Lieder von Rosablanka, derTochter des alten Büßers, schrieb. Wie steht sie ganz so nebender Schwermuth ihres Vaters. — Aber ich muß wieder abbrechen,sonst bleibt dieses Blatt zurück!
Ich drehe um und mache dieses Blatt zum Ende desBriefes; nein, ich lasse es liegen, es ist mir commoder so.
Du bist so sehnsüchtig nach Nachricht von der Kranken, undmir ist es sehr schwer Nachricht zu geben, wovon man nichtsweiß; ein Wolkenzug wäre eben so leicht zu melden. Alles kannnur in einem gewissen Maße aufgefaßt werden, wo das aberganz verschwindet, ist nichts mehr zu bestimmen, und selbst einTheil der Würdigung geht nach menschlichen Kräften beimUnmaß, Übermaß, Irr- und Wirrmaß verloren. Da aber hierAlles außer der gemeinen Erfahrungsconsequenz geht, so kannman auch nichts davon melden, was wahr sei, um so mehr, dagar keine Gelegenheit da ist, irgend etwas aufzufasscn. Ichstehe daher für nichts was ich schreibe, außer daß ich es sogefunden; was Alles dazwischen liegt und den Text ganz ändernkönnte, weiß ich nicht. — — — — — — — —
Jetzt ist Ostern. Ich hoffte sie, *) wie gewöhnlich an
') Die Emmerich.