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diesem Tage, ganz verändert zu finden; ich fand sie sehrelend, sie konnte vor Engbrüstigkeit und Hustenreiz nichtsprechen; sie sagte, sie habe eine außerordentlich glückliche Nachtgehabt und sei viel besser gewesen, am Morgen aber wiederso elend geworden. Wann es besser werden wird ist nichtabzusehen, doch fühle ich durch und durch, daß man nicht so ist,wenn man stirbt, sondern wenn man in vieler Arbeit ist. Ichglaube vielmehr, daß sie sterben wird, wenn sie viel besser undaußer Gefahr scheint. Sie hat Dich sehr lieb und scheint vielGutes von Dir zu hoffen.
Ich schiebe immer diesen Brief zu schließen auf, weil ichhoffe, Dir eine Art Genesung melden zu können; ich selbst findesie lebendiger, wenn gleich die Beschwerden alle fortdauern.Wäre eine ordentliche Beobachtung neben ihr, so würde dasGeheimniß ihrer Leiden beruhigend und sehr erbaulich sein;aber jetzt wird Alles eine confuse Wüstenei, und man muß esGott empfehlen.
Man schreibt mir von Regensburg, dort in der Gegendauf einem Dorf, dessen Name der Schreiber vergessen, mir abermelden will, er hörte es von Sailer, sei eine verkrüppelteWeibsperson lange Jahre auf Händen und Füßen zur Kirchegekrochen und habe an den Händen Schuhe getragen. Hohenlohehabe au einem bestimmten Tage für sie gebetet; sie habe inihrer Pfarre auf Händen und Füßen Messe gehört und bei derElevation sich heil und gerade in die Höhe gerichtet; der Pfarrerhabe nachher in Prozession die mit Nägeln beschlagenen Hände-schuhe vor ihr hergetragen. Übrigens gewöhne sich der Menschan Alles, und auch gute Leute sprächen dort von den unzähligenwunderbaren Heilungen schon nicht anders, als man von denKuren eines geschickten Arztes spricht. Der jüngste Tag wirderschrecken, weil er nur einmal kommt.
Wie pflegt man den Juden vorzuwerfen, daß Jesu Wunder