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Än Frau Hirn.
Dülmen den K. Müy jl8W.
Verehrte Freundin!
Mich veranlaßt besonders zu diesem Brief eine Bitte inBezug auf die Kranke, welche Sie gern erfüllen werden. Seitlängerer Zeit bemüht sich eine fromme, aber nicht allzu verstän-dige französische Dame die Kranke mit Bitten um Gebet wegenhäuslichen Zwistigkeiten in Briefen anzugehen. Ich habe ihranonym bereits geantwortet, habe ihr allen möglichen Trostgemeldet und sie zugleich gebeten nicht mehr zu schreiben.Dennoch schreibt sie wieder und meldet, daß einem HerrnF. A. Böcker in Köln der Auftrag durch Herrn Gribins inEpernay zugekommen sei, der Jungfer Emmerich in Dülmenfünf Thaler Courant zu zahlen. Die Kranke läßt Sie daherersuchen, dem Herrn F. A. Böcker zu melden, er möge sich nichtbemühen jene fünf Thaler hieher zu senden, sondern seinemComittenten in Epernay zu schreiben, daß dieses Geld nichtangenommen werde. Zugleich ersuche ich Sie, beiliegenden Briefau eine Freundin jener Dame, welche auch geschrieben hat,abgehen zu lassen. Er enthält die Bitte um Verschonung mitferneren Briefen. — — — — — — — — —
Jetzt, beste Freundin, gute Nacht! glückliche Feiertage!Viel Liebe zu dem Herrn, Rührung, Thräncn und Freude undselige Zuversicht an den nahen heiligen Tagen und auch einGebet um Andacht für mich, der noch immer in all' den Leidenund Wünschen steht, worin Sie mich das letzte Mal hiergesehen.