Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
430
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schrecklichen Leib - und Brustkrämpfen, schier täglichem Blutbrechen,fürchterlichem Husten und allen Leiden der heftigsten Gicht-schmerzen bis jetzt abwechselten, ich erwarte doch um Lichtmeßeinigen Stillstand, sie ist dadurch so ermattet, daß sie tagelangschläft. Sie hat in all dieser Zeit die Gnade der Geduld ingroßem Maße gehabt. Ich habe überhaupt die Erfahrunggemacht, daß sie nur bei Annäherung eines solchen Leidenseinige Tage lang durch Anfechtungen sich durchkämpfen muß.

Gerne möchte ich Dir für Deine vielen liebevollen Notizenwieder etwas Neues, Erfreuendes mittheilen, aber der Kreis isthier eng und mein Weg und meine Umsicht beschränkt. Was Dichfreuen wird: der Pfarrer von Bullern, den der alte Diepenbrock,sein Schulfreund, bei seinem letzten Besuch, bei Melchior'sAbreise, hier besuchte und dem Tode nahe fand, ist durchHohenloh's Gebet so weit geheilt, daß er wieder die Kirchendienstethnt und predigt.

Der Pfarrer von Haltern ward durch eine couvulsiveKranke, welche Du nach Wesener'S Aussage mit ihm in Halterneinmal gesehen haben sollst, ersucht an Hohenlohe zu schreiben;er benutzte Ihren Glauben und sagte, sie wollten erst selbstbeten, und die, ich glaube sechzehn Jahre Kataleptische, wardganz wieder hergestellt.-

Von dem Mädchen, das Du hier verbandest, habe ich nichtsmehr gehört.

Hier im Hause geht Alles wie sonst, bequem, schlumprig,gutmüthig, leichtsinnig.

Weil mir die Erfahrung geworden, daß alles Gesprächunverstanden und verdreht weiter erzählt wird und die Erzäh-lungen nicht mehr angenehm waren, habe ich nun angefangenauf meiner Stube zu essen. Abends lese ich manchmal untenetwas im Katechismus vor.