402
daß er sie der Kranken als Priester und Beichtvater," mit derernsten Ermahnung Gott um deren Erkenntniß anzuflehen, zugelegener Zeit, und mit Wegräumung alles Störenden, würdig,und dem Gewicht dieser Gnadenerscheinung angemessen, über-geben möge, und versprach ihm, wegen seiner vielen Geschäfte,das Protokoll des Erfolgs aufzufassen und mit seiner UnterschriftIhnen zur Bewahrung zuzusenden, auf daß dergleichen wichtigeund folgereiche Gnaden, für die Ehre unserer heiligen Kirche,nicht durch unsere Schuld unerkannt verloren gehen möchten.Ich that dieses unter ernstlichem Gebet zu Gott, Er mögemir es gelingen lassen; und Herr L"*" nahm die Brücke,welche ich ihm so zu einem guten Übergang geschlagen, auchgegen Erwartung gut auf. Es steht nun zu hoffen, daßer den Auftrag an die Kranke, zur rechten Stunde, einsichtigund geistlich würdig ausführen möge; so werden die Versuchedurch das strenge Gefühl der Kranken für geistliche Behandlungschärfer, und der heiligen Aufgabe entsprechender ausgeführtwerden.
Nun zur kurzen Schilderung eines der schwersten Leidenunserer armen Freundin, welches ich in ihrer Nähe beobachtet,und von dessen tödtlichen Folgen sie durch Gottes Erbarmen,bis jetzt, seit drei Tagen gerettet ist.
Am 24. Juni nach Tisch erkannte sie das Gebein desheiligen Augustin's und ward seiner Erscheinung und der plötz-lichen Besserung ihres Unterleibübels theilhaftig. Diese Besserungstieg fortwährend, sie ertrug mit ungemeiner Kraft, ja oft mitscherzender Heiterkeit, die immer größer werdende Verkehrtheitihrer Umgebung. Es ist aber bis jetzt eine merkwürdigeErfahrung bei ihr, daß diese Bedrängniß immer gegen dieAnnäherung eines großen Festes, oder einer bedeutenden geist-lichen Arbeit, neben ihr wächst, weil der Feind sie stören will.Die Personen um sie her hätten aber nicht leicht schicklicher