Nachdem die Kranke das erste wunderbare Bild vom heiligenAugustinus und die Gnade der Genesung durch ihn erreichthatte, wurde sie immer mehr durch die ihr, unbewußt wo, naheReliquie von Salesius im Schlafe beunruhigt, und sowohl ichals sie baten Herrn Pater L"*^, ihr, wenn sie schlafe, zusagen, daß sie diese Reliquie suchen solle. Ich und sie hattendiese Bitte besonders deswegen an ihn gerichtet, um die oftnicht allzugroße Achtsamkeit desselben, auf eine ihn ehrendeWeise in Anspruch zu nehmen; er vergaß es. Nun batmich die Kranke, sobald sie schlafe, möchte ich sie erinnernes zu thun. Das that ich denn, und den Erfolg meldeteIhnen mein vorhergehendes Schreiben. '^) Am Abend theilteich den Erfolg ganz in kindlicher Freude darüber Herrn L"""mit, der es scheinbar gleichgiltig aufnahm, in seinem Innernaber machte er sich Vorwürfe, daß er es versäumt habe ihreAufforderung dazu auszuführen, welches sich kund gab in unzu-sammenhängenden Äußerungen: er könne sich mit solchen Sachennicht abgeben, dafür seien gelehrte Leute nöthig, wie der HerrDechant n. s. w. Aus dem Ganzen leuchtete hervor, daß erwohl fühlte, daß alle Perlen, welche er sieben Jahre hindurchneben der Kranken hatte (aus Schlendrian?) fallen lassen, sichnach dem Wenigen einst dürften schätzen lassen, was ich mühsamhinter ihm hergehend aus dem Kothe getreten auflese, und esregte sich das Gewissen.
Ich faßte in diesem Momente den Entschluß, ihm seinePflicht leicht zu machen und ihn zu einer ernsteren Thätigkeithierin zu veranlassen. Ich schrieb ihm einen ernsten Brief,worin ich ihm meldete, wie Sie mir einige versiegelte Reliquienhätten zukommen lassen, um das Gefühl der Kranken fürdieselben aufzufassen; ich wendete mich mit denselben an ihn,
*) Nicht vorgefunden.
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