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1 (1855) (1855)
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nntgetheilt werden können, wie andere, die Alle zugleich erleben.Es ist viel leichter einem Zweiten den Begriff von einem freund-schaftlichen Gespräch, als von einer einsamen Betrachtung zugeben; denn die Miltheilung des Begriffs von der einsamenBetrachtung, wenn er sie noch nie genossen, würde ihm denBegriff von einem freundschaftlichen Gespräch über einsameBetrachtung eher geben, als den von der einsamen Betrachtungselbst.

Wenn ich aber bedenke, daß schier Alles, was Ihr Tage-buch über das physische Befinden dieser gerade so körperlichkranken, als geistig gesunden, Person anssprechen konnte, aneinem unendlich niedrigen Maßstabe nothwendig gemessen wird,und daß alle Wagschalen hier das Jmponderable nach Apothcker-gewicht auswiegen, so wage ich es, was ich gefühlt, so viel alsheilige Scheu erlaubt, hier für Ihren, und in so fern ich csbeschreibe, auch meinen guten Willen niederzulegen.

Jungfer Emmerich fand ich um halb sechs Uhr im Tauleruslesend, Pater Limberg betete sein Brevier, Bernard Emmerichlas. Ich nahm ihr den Taulerus ab, saß vor ihrem Bett undbegann laut fortzulcscn. Sie war ganz voll von jener lebendigenHeiterkeit, die sich ihrer Unschuld und Anmnth wegen über alleGemüther um sie her verbreitet, welche nicht grausam verschlossensind. Unsere Lectüre war einigemal durch heitere Betrachtungund durch kindlichen Scherz, der sich natürlich an das Geleseneanknüpfte, kurz unterbrochen. Ich las von Tödtung des eigenenWillens, cs dämmerte stark; ich bemerkte, daß unsere Freundinmit rechts gesenktem Kopf, die linke Hand über die rechte hohllegend, eingeschlafen sei.

Ich las mit Anstrengung gegen die Dunkelheit das Kapitelzu Ende. Pater Limberg ging, abgerufen, hinweg und ich blieb,da Bernard zu Pater Lambert ging, allein bei der Schlafenden.Der Gedanke, daß die Fromme mit ihrer Seele in heiligen