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Hirt es treulich und so viel wie möglich vertreten, nach denRechten der Heerde; geziemt es ihm aber zu leiden, welchgöttlicheres Recht kann ihm dann werden, als das Recht desGottes-Lammes, welches Leiden war. Alles Einfuhren in dieÖffentlichkeit einer theils kalten, theils lauen, theils rasendenZeit, die nach vielen Erfahrungen sich Alles verstehen undNichts glauben zu wollen, nicht gern nehmen läßt, ist in Erschei-nungen so übergrenzender zarter Natur, es sei Anerkennungderselben, oder Hohn und Widerspruch, ein Preisgeben, und einStein auf ein Wesen, das wohl menschliches Mitleid verdient.Vor Allem aber muß der Anerkennende schweigen; denn er kannnicht anerkannt haben, ohne zu fühlen, daß Solches vor demGerichte der Welt nur verurtheilt werden kann, und daß es sichüberhaupt nach solcher Erfahrung mehr zu schweigen, als zureden geziemt. Wer könnte je befugt sein, ein gründlichesUrthcil über solche Erscheinungen auszusprechen, die sich daraufgründen, daß der Erlöser wirklich mit allem seinem Leben undLeiden in der Natur gewesen, es sei denn die Kirche durch denheiligen Geist? Wer, und wäre es auch der treueste undunbefangenste Beobachter, kann ein Urtheil über eine Erscheinungaussprechcn, welche die Urtheile des natürlichen Verstandeszerbricht und demüthigt? Bis jetzt sind Alle äußerlich undflüchtig vorübergegangen, als sähe sich dergleichen nicht bequemneben anderen sogenannten interessanten Dingen an. Keiner hates der Mühe werth gehalten, bis jetzt wirklich zu beobachten,und dazu erst jene Reinigung mit sich selbst vorzunehmen, welchezu allem wirklichen Sehen und wesentlichen Erkennen nothwendigist, seit die verlorene Unschuld unsere Augen getrübt hat. Wirkönnen ja unser eigenes Gewissen nicht beschauen und anklagen,als wenn wir durch die Erstehung des heiligen Geistes, leervon uns selbst und Eigenliebe, und somit parteilos und sehendgeworden; viel weniger werden wir ohne solche Reinigung ein