Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
363
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sei der prüfend sich verbergende Heiland nah, als ich überzeugtbin. Auch bin ich wohl der Gewißheit, daß Gott-ergebene Seelennie reicherer Begnadigung und Stärkung theilhaftig geworden,als in schnöder, schraubender, arglistiger, schmeichelnder, drohender,mit irdischen Schätzen versuchender, höhnender, und sich vorsich selbst zeugenlos bewahrender Bedrängniß; aber nichts destoweniger würde ich mir als auf Gottes Barmherzigkeit sündigenderscheinen, wenn ich einer um Jesu Willen Leidenden darummeine eigne Barmherzigkeit entzöge, welche ja doch nur in sofern eine wohlthätige Wirkung haben kann, als sie eine Barm-herzigkeit in Jesu Christo ist.

Aus diesem Bewußtsein fühle ich mich verpflichtet, so vielich vermag, der unter solchen Bedingungen Leidenden, alle Linde-rung durch Gebet und durch jede, die so zarten Verhältnisseihrer Lage gegen Gott, die Kirche und sich selbst und die Weltnicht verletzende Vertretung, zu vermitteln, die ich vermag, auf daßsich nicht noch mehr Lüge, Zorn und Hohn, der Seitenblicke nachder katholischen Kirche thut, und überhaupt ein verwirrter Knäuelvon Sünde und Sündenanlaß, aus einer Sache erzeuge, die mirso heilsam geworden, daß ich wohl meinen Nächsten bedauerndarf, den sie zur Sünde veranlaßt. Vor Allem aber nehmeich die Erfahrung in Ew. Hochwürden Gnaden für mich inAnspruch, daß das Geschwätz der Welt, ja selbst vom Zeitgeisteberührter Geistlichen, über einen Menschen, welcher der Weltden Rücke» gewiesen, um ihr, so es Gottes Wille ist, einst insAngesicht reden zu können, leicht zu beschämen sein kann, wieauch daß kein Gerücht über Einen, der sich mit der Kircheernstlich ausgesöhnt, und dadurch dem Weltsinn, wie der todtenSchcinreligiosität, weil mahnend, drum unbequem, erscheinen kann,in einem edlen, noch weniger in einem priesterlichen Geist einBorurtheil begründen darf. Auf diesen unterthänigen Anspruchan ein, wo nöthig, Rechtfertigung vergönnendes Urtheil über