347
ferner viel göttliche Gnaden verloren gehen, die ich sammelnkann, und einestheils zu sammeln berufen ward. Gott stehemir bei und lehre mich seinen allerheiligsten Willen thun!
Daß Du mir bei der Meldung Deiner plötzlichen Abreisegar Nichts von Sailer schreibst, setzt mich in einige Besorgniß,Du mögest Verdruß in Landshnt gehabt haben. Aber ich hoffedoch, es ist nur das Gefühl, ernster und strenger Deiner Bestim-mung entgegen zu gehen. — Du wirst in einem gebirgigtenLand in eine kleine neue Kirche kommen, wo, ein schwarzhaarigerPriester eine große Kraft übet; es werden Dir Viele folgen,und auch wird einst ein bejahrterer, etwas dicker Mann folgen,und die Leute, die zu ihm gehören, haben bäuerische oderschwäbische Kleidung an. Es ist dort der Herd des Friedens,der Altar der Sicherheit, wenn Vieles zerbricht!
Es ist mir leid, daß ich Dir nicht schon früher eine Samm-lung von allerhand Büchern, welche Dein Studium berühren,gesendet habe, die ich für Dich aus meiner Sammlung ausge-schossen. Es war Vieles über die griechische Kirche, Kabbala,Eporcismus und dergleichen dabei. Ich weiß nun nicht, wohinmit. Ich habe alle meine theologischen Bücher abgesondert undverpacke sie, die anderen gebe ich mit Allem zum Verkauf. Ichwar eigentlich noch nie so, daß ich gar nicht mehr wußte wohin,als da Du mir die Warnung sendetest, und nun gehe ich auchohne Freude und Hoffnung. Allein Gott hat mich so vieleWunder sehen lassen, die vor mir nicht an dieser Stelle erkanntwurden, daß es leicht möglich ist, er will mich da gebrauchen;denn es ist auch gar Niemand da, dem es ein Ernst ist, und siehat die strenge Mahnung des Todes.
Jetzt schon kann ich diese wunder- und schicksalsvollenBlätter nicht ohne Schaudern ansehen; denn Alles, was bisjetzt verkündet war, und das ist nicht wenig, ist pünktlich einge-troffen, das Ungeheuere aber steht bevor. O, mein Bruder! es