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An seinen Bruder Christian.
Nrrlin den 5. April MZ.
Nicht zuerst von Münster aus, sondern gleich von hier, woich Deinen Brief vor einigen Minuten erhielt, schreibe ich Dir,damit Dich vielleicht noch in Landshut mein Wort erreiche.Dein Entschluß, in die Schweiz zu ziehen, rührt mich besonders,weil er schon als ausgeführt, mit vielen Umständen, in meinenniedergeschriebenen Gesichten vorkommt. Ach, was gäbe ich darum,wenn ich Dir vorher noch Alles mittheilen könnte; ich trageeinen schweren Stein, der mich schier ganz erdrückt, aber Gottmuß mir ihn doch aufgelegt haben, weil ihn kein Anderer tragenwill.---
Sie *) versichert mir, daß sie seit ihrer einsamsten Kloster-abgezogenheit nie wieder solchen Trost und solche Schauungengehabt. Ja, ein Theil derselben ist wirklich so, daß der Magne-tismus **) wohl nie dergleichen aussprach, und Alles, was sichauf sie, ihre Umgebung und mich bezieht, ist, bis auf DeineAbreise nach der Schweiz, eingetroffen, und es ward Alles inbestimmten Bildern gesehen, und in pünktlicher FortsetzungMonate hindurch. Wenn sie aber durch heftige Leiden und
Quälereien ganz erschöpft war, so erhielt sie immer ein Gesichtans ihren Kinderjahren zum Trost.
Die Vision von dem Besuche der drei Könige zu Bethlehemhabe ich mit der größten Genauigkeit und den rührendstenKleinigkeiten; ja selbst die Beschreibung der Erdarteu, über welchesie zogen. Solche Dinge sind gewissermaßen die Erholungsstundenin meinem Buche. Ach! das Eigentliche ist sehr finster und
*) A. C. Emmerich.
**) Ausgesprochen, um die Behauptung eines Freundes, daß Clemens Brentanodie Kranke auf die niedrige Stufe des thicrischen Magnetismus bringe,zu entkraftigen.