Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
318
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berührte, noch recht im Leben. Also sie sagte:Ganz gut,ich bin sehr gut, ich bin gelabt worden. Erst habe ich das Abend-mahl mitgenommen; dann bin ich am Ölberg gewesen und habeden Vater in der Person des Sohnes, des Erlösers, angerufen,und er hat mich erhört. Ich habe gebetet für alle elendenMenschen, die es doch gut meinen und nicht recht wissen, woransie sind, und ohne den Schatz der Gnade sind. Ach, damalsschon, als ich noch nicht wußte, daß es andere Christen gäbe,als Katholiken, sah ich, wie ich es jetzt noch oft sehe, und jetztverstehe, in meinen Gesichten die verschiedenen Gemeinden derKirche, ach, und wie zerriß es mir schon frühe das Herz, somanche fromme, betende Seelen, welche in der Kirche durch dieihr verliehenen Schätze mit Wundern der Heiligkeit ausgeziertwären, so kraftlos und verlassen zu sehen. Ach, da sah ich vomSchatze getrennt so Viele, welche unendliche Süßigkeit und Trostempfangen hätten bei uns, und tausendfach verdient alle dieGnadengaben, welche der Herr seiner Kirche hinterlassen ach,und eben diese Schätze, welche die Kirche hat, sah ich von unsselbst verachtet und vergeudet und mit Füßen getreten; das warmir ein herzzerreißender Jammer, und ist es noch. Es warmir aber immer tröstlich, daß ich so manche fromme Leute sah,so manche Häuflein, die zusammenkrochcn; aber Viele ohneHirten, Andere ohne Hund, Andere den Wolf zum Hund. DieKirche aber sah ich in wechselndem Leben, hier aufblühend, dortwelkend, aber nie, nie irgendwo ohne unendlichen Glanz."

Ich sagte zu ihr:Ich habe mit Dir am Ölberge gebetet,"und sie sprach:Das ist recht, ich danke Dir, mein Führer danktDir, es soll Dir ein schöner Lohn werden. Nimm Dir Nichtsso schwer zu Herzen, für Dich ist der beste Weg die goldeneMittelstraße. Du jleidest Alles zu heftig, und dann kommt Dirin der Ermattung des Leidens all' Dein früheres Leiden undSündigen vor, auf das Du gar nicht schauen sollst, sondern