Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
316
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oder sie legte sich an die Erde neben ihr Bett, und war festversichert, daß Maria drin ruhe.

In der Nacht vor Christi Geburt dachte sie sich die Ankunftder Jungfrau in der Höhle und machte in einem Winkel einFeuerchen für sie und legte ihr Alles hin, was sie glaubte, daßihr dienen könnte, und was sie in ihrer Armuth hatte. Daward es ihr denn auch, nm ihrer kindlichen Bitten willen, vomHerrn verliehen, daß Er ihr Alles zeigte, wie es war. Siesah Maria in der Höhle allein, sie sah den Heiland zur Weltgekommen, sie sah die einzelnen Menschen heran gekommen undJoseph etwas später, der sich mit banger Verehrung vor demKinde beugte, sie sah die Hirten auf dem Felde und Alles in derNatur voll Licht, Frühlingsfülle und Blumen, und so hat sieAlles alle Jahre wiedergesehen und, was das Wunderbare ist,immer pünktlich auf dieselbe Weise. Sie befand sich immerdabei etwas entfernt, an einem guten Plätzchen lauernd. Oftauch sagte sie mir mit schamhaftem Lächeln gab Mariaihr auf ihr kindliches Flehen das Jesukind in die Arme, zuwiegen, und sie hat es wohl stundenlang in den Armen gehabt.Als Kind war sie dabei immer ganz frei und dreist gewesen,als Klosterfrau, besonders wenn sie die Krippe baute, hatte sieauch immer dieselben Gesichte, nur daß sie dabei scheuer undzurückgezogener war.

In diesem Augenblick, ich schreibe Abends bei ihr allein,erschrecke ich fast. Sie betet für einen armen Freund von mirund ist in Extase, und plötzlich jetzt breitet sie die Arme aus,wie der Gekreuzigte, und liegt starr betend.

Nach fünf und dreißig Minuten, von welchen sie dreißig sogelegen, setze ich mich wieder nieder, Dir, mein Kind, zu schreiben.Gerührt von ihrem erschütternden Anblicke kniete ich bei ihrnieder und that wie sie, so lang ich es vermochte, und das isthöchstens fünf Minuten. Als ich ihre ausgestreckte Linke berührte,