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meinem Schutzengel von ganzer Seele. Gott erhalte Dich, undnehme Dich ganz in sein Herz!
Hernach sagte sie: „Jetzt wollen wir die armen, elendenGefangenen besuchen, ") die trostlos in den Kerkern verzweifelnund nicht wissen, warum ihnen Gott dieses gethan, ja von Gottselbst Nichts wissen." Ich betete von Herzen für diese Elenden,und später sagte sie mir: „Mein Führer dankt Dir, daß Dudiese Reise mit uns gemacht hast, es soll Dir schön belohntwerden." Noch vieles dergleichen erlebte ich an diesem Abend,was ich, wie tausend Anderes, dem Wiedersehen aufspare.-
Deine Freundin läßt Dich recht von Herzen bitten, DeinGebet in allgemeiner Christenliebe recht zu erweitern, undimmer Etwas für die armen Seelen zu thun, welche so unaus-sprechlich elend sind, sich nicht selbst helfen zu können. „Ach,"sagte sie, „wenn die Menschen wüßten, was ich sehe, wie sie sichsehnen und ringen, und wie sie harren und flehen auf die Gnadenund Schätze der von Jesu geheiligten und beschenkten Kirche,welche wir so schrecklich mit Füßen treten, Alle würden derarmen Seelen gedenken. O, Alle sollten doch recht für sie flehen,und sollten die armen Seelen bitten, daß sie wieder für sieflehen; sie sollten fühlen, wie ich, daß die Kirche Ein Leib ist,und daß durch Jesu Vorbild Alle Eins werden, indem sie füreinander beten, büßen und sühnen und wirken. Ach, wenn allegute Menschen das recht lebendig fühlten, würden sie in eine sostille, selige Thätigkeit kommen, und so voll Trost, und Liebe,und Andacht werden, daß sie gar keinen eignen Schmerz undNoth mehr fühlen würden. Die heilsuchenden Menschen sollten
») Hierauf bezieht sich da» Gedicht I. Band. Seite 185 der gcsamiiielmiSchriften.