Ich sage Dir: kein irdisches Gut ist zu erlangen, um das nichtein ewiges hingegeben wird. Ach, Du weißt das Alles besser;Du hast es mich ja gelehrt, und ich zahle Dir noch mit Thränenund Gebet, und will Dir zahlen bis in den Tod. Mein liebesKind! wir haben einen gar gnädigen Gott, wie hat er unsgeholfen bis jetzt, warum sollen wir verzagen! Und hat er nichtsteigende Hilfe gesendet, dann den Christian, dann unser liebNönsken (Nönnchen). *) Wie natürlich hat er Dir die Lehregegeben, ja, Dich lehrend lernen lassen!-
Ja, Jesus führt Dich an der Hand selbst, weil Du nichtin der Heerde gehst. Du wirst erhalten, auf Dein Geschrei, vomGebete der Heiligen, der Priester und der frommen Seelen.Ach, meine Schwester! wärst Du bei mir und sähst die unaus-sprechlichen Wunder Gottes, wie sie dastehen, wie die kleinenFeldblumen, die Du so lieb hast, so tausend Mal besser verstehst,als ich: Du wärst ohne Qual, ohne Pein, ohne Trauer, ohneSorge, als um die, welche nicht in diesem Garten gehen. Undwelche Gebete würden ans Deinem liebenden Herzen in denSchatz der Kirche stürzen! Ach, mein liebes Kind! ich bete nichtfür Dein Heil allein, so ich um Dich flehe; ich bete dann umdas Heil aller Derer, die durch Dein Gebet erlöset werden,aus dem Fegefeuer, und ans der Sünde und Noth. Denke Dir,meine Theure, alle Deine verstorbenen Geschwister, Dein guterVater, Deine Großeltern, Alles, was Dir angehört, schaut nachDir und harrt auf Dein Gebet: — ihnen Allen sollst Du helfen,wirst Du helfen; ja, die Schutzengel der Deinigen, die noch leben,wehen mit ihren Flügeln um Dich und wollen Dich treiben Vör-den Altar des Herrn, daß Du sie erflehest von ihm.
-1 Die Emmerich.