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1 (1855) (1855)
Entstehung
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nehmen, kindlichen Andacht aufwachsen. Ich brachte die acht Tageauf dem Gute Holtwick, ein halb Stündchen von Bvchholt, zu,wo Diepenbrock's wohnen. Vater und Mutter, zwei erwachseneSöhne und sechs Töchter, von vier und' zwanzig bis zehn Jahren.Sailer war einen Tag dort. Sie haben eine Hauskapelle; eropferte, lehrte und segnete, und war so lustig, innig, ja muth-willig, daß Alles trunken war vor Freude. Der alte Diepenbrockdiente ihm selbst die Messe. Christian kennt diese Leute schonlänger, von seiner ersten westphälischen Reise her, und liebt undehrt sie wegen ihrer ausgezeichneten Tugend.-

Gestern Abend zurückgekommen, eilte ich ans Bett meinerund Deiner besten Emmerich. Sie war todtkrank gewesen, Gotthat sie uns noch erhalten. Wie selig, kindisch und muthwilligdurfte ich sein, wie froh und liebevoll war sie. Sie fragte, obDu auf meinen letzten Brief nicht geantwortet, ich sagte: Nein!Da brachte Wesener Deinen Brief. Die arme Emmerich warnoch sehr matt, und ich las ihn auf meiner Stube, nicht ohneeine große Angst und Betrübniß über die Trauer und verwirrtePein in einer Brust, aus der dem friedlichsten, freundlichstenJesus so einfache, tiefe Lieder geflossen, Lieder, welche so oftdas zerrissenste Herz geheilt. Ach! wenn Du hier wärst, nureine Stunde, au der verwundeten Brust, von den verwundetenHänden umarmt, und schautest ins lieblichste Angesicht, das alleseine Züge aus himmlischen Gesichten zusammengetragen. Dukönntest nicht mehr traurig sein, wenn Du durch die Wirklichkeitüberzeugt wärst, daß die Heiligen leben, so wahr, als Jesuslebt, daß ihre Gebeine leuchten, wie der Leib des Herrn; Duwürdest Deinem Leibe gleichen Glanz gönnen und würdest lernenDeinen Willen und Gottes Willen unterscheiden. --

Sieh' auf Deinen armen Bruder und kämpfe mit ihm.