zeigen könnte. Ich habe Dir viel mitzutheilen, und sagen kannman es doch nicht, man muß es sehen. Ich habe nie gewußt,was Erwiederung der Liebe in Christo ist; ich erlebe es jetzt täglich.Morgens und Abends bin ich bei ihr, und sie ist Abends fastimmer in Extase und fuhrt mich vor Gott und tröstet undspricht mit mir. Sie grüßt Dich herzlich und betet täglich fürDich. Du bist ihr sehr Viel, sie hofft Dich zu sehen. Lassedoch gleich nach diesem Briefe durch den Probst zwei Messen fürdie Seelen meiner Eltern lesen.
Grüße Alle, ich schreibe Dir noch einmal, dann komme ichArmer selbst. Ich muß Dir bringen, was ich erhalten.
Clemens.
An Dieselbe.
Minen drii Ü7. Nimemlier ^818.
Mein liebes, bewegtes Herz! Ach, wäre ich ein Priesterund könnte Dir den Segen der Kirche Jesu in diesem Briefesenden, daß Du, ihn aufs Herz gelegt, im Namen des Friede-bringers ruhig würdest. Mein armes Gebet möge helfen!
Gestern Abend, den 17. November, kam ich von Bochholt,an der holländischen Grenze, zurück, zehn Stunden von hier, woich Sailer und Christian abreisen ließ und acht Tage bei Herrnvon Diepenbrock, im Kreise einer frommen, großen Familie, blieb,an welche mich ein Universitätsfreund, Herr von Bostel, der dortangestellt als Landrichter, seit sechs Jahren eine Tochter ausdem Hause geheirathet, knüpfte. Dieser Bostel ist schon damals,und seine Schwester jetzt, katholisch geworden, und es hat michinnig gerührt, ihn, den von Philosophie und Ästhetik und Allerleigequältesten Menschen, gesund und heiter und fromm wiederzu-finden, mit unendlich lieblichen Kindern, die in einer gar ange-