30tt
24. Minder.
Wir haben Sailer zu Stolberg gebracht, und sind wiederhier vergnügt beisammen. Wir holen Sailer von dort ab, daßer am 4ten hier ist. Dann werde ich schnell mit über Köln undKoblenz nach Frankfurt reisen und dort etwa acht Tage bleiben,und ein paar in Heidelberg, und von da zu Dir zurückkehren,was im December geschehen muß. Ich werde Dir manchenTrost mitbringen, auch ich wünsche einer zu sein. Ich wünsche,daß Du der Gräfin Stolberg schreibst, bei Gelegenheit, so Duihr kleine Schnitzeleien schickst; es ist Dir nützlich und machtihr Freude.
Vor Allem aber bittet Dich die liebe Emmerich, Du mögestihr recht vertraut schreiben, wie einer Kameradin, und ohne Lob,so wie mir; sie liest Deine Briefe mit großer Freude.
Gott erhalte Dich!
Dein
Clemens.
An Dieselbe.
Dülmen den ^l. Nnnember M8.
Ich gehe nicht nach Frankfurt, wohin Christian und Sailerden 6ten von hier abreiscn, so einladend die Gesellschaft auchwäre. Ich will noch ein paar Wochen bei unserer Emmerichbleiben, sie hat mich recht darum gebeten; schreibe mir darumnicht nach Frankfurt, schreibe mir an Doctor Wesener hieher.
Gott hat mir viel Gnade bewiesen, diese Seele thut anmir ungemein viel, ich bin ihr Kind geworden. Ach, meineSchwester! was habe ich hier erlebt! Was Keinem geschehen, hatGott mir thun wollen; o, daß ich Dir das nur eine Stunde