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1 (1855) (1855)
Entstehung
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habenden Bürgerhäuser, sind in der innern Einrichtung einBeweis, daß hier das wahrhaft häusliche, patriarchalische Lebennoch Grund und Boden hat. Wenn Du in das Bauernhaustrittst, stehst Du in einem großen Raum, wie in einer Scheune:Du bist in der Mitte des ganzen Lebens. Auf Platten an derWand brennt das Feuer an der Erde, ein sich bewegender,eiserner (bei Armen hölzerner) Arm dreht den kleineren eisernenKochkessel, oder den großen Kessel für Viehfutter, von der Wasser-pmnpe über das Feuer; links und rechts stehen die Futtertrögeder Kühe und Pferde, deren Köpfe hereinsehen. Die Schlaf-stellen sind ebenso in die Wände angebracht, mit verschlossenenThüren, daß man Nachts nach dem Vieh sehen kann. Nm einenPfeiler läuft in einem ausgeschnittenen Brett das Kind im Zirkel,wie im Caroussel, damit es nicht ins Feuer fällt.

Am Ende dieser Halle wird gedroschen oder Flachsgebrochen, oben drüber liegt das Heu oder Getreide. Die Haus-frau am Feuer übersieht Alles. Die Fenster sind von vielenkleinen Scheiben mit Glasmalereien, geistliche Sprüche undBilder enthaltend, aus alter Zeit; draußen rauschen die Bäume,und die Leute sind einfältig, fleißig, kräftig, gastfrei und fromm.

Alles dieses findest Du bei reichen Bauern vollständig undmit Behaglichkeit, beim ärmeren roh und grob; das Einzige,was bei vielen Armen den Ungewohnten sehr drückt, ist derMangel des Rauchfangs. Der Rauch zieht durch alle Öffnungennach Belieben, und bei Regentagen ist Alles voll Rauch; dochwird dies nun immer seltener.

Ich ging neulich nach dem väterlichen Hause der Emmerich,wo sie geboren ist und das ihr älterer Bruder, ein frommerBauer mit Weib und Kind, jetzt besitzt. Es liegt einsam untermehreren so zerstreuten Wirthschaften, und diese Bauerschaft heißtFlamske und gehört in die Gemeinde der Jacobi-Pfarrkirchedes eine halbe Stunde entfernten Städtchens Coesfeld. Ich

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