Druckschrift 
1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
276
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hatte den Wunsch die Stelle zu sehen, wo sie geboren ist, woihre Wiege gestanden. Stelle Dir eine baufällige Scheune mitaltem Stroh gedeckt, von Lehm zusammengeknetet vor. Dasgroße Scheunenthor halb offen und inwendig nichts zu sehen,als ein dichter Rauch, vor dem ich kaum einen Schritt weitEtwas erkennen konnte. Die Schwägerin und der Bruderbegrüßten mich freundlich, nur die Kinder waren befremdet, aberreichten auf den Befehl der Eltern doch gleich Kußhände. Border Thüre zwei ungeheuere Eichen. Da ich Pumpernickelund Butter und Milch, und der fromme Bruder sprach bei jederSache:Mit Gott!"

In dem Hause fand ich keine Stube, was man so nennenkann. In dem viereckigen Raume war ein Winkel abgeschlagen,worin der Webstuhl stand; dann einige Thüren, wie alte Fenster-laden: gingen sie auf, so sah man in große Bettladen voll Stroh,worauf einige Federkissen lagen. Auf der anderen Seite gucktOchs und Esel herein, alle Gerätschaften stehen und hängenherum; oben hängt Heu und Stroh, und Ruß und Spinnen,und das Ganze ist von einer dichten Rauchwolke in eine ewigeUndurchsichtigkeit gehüllt.

Da ward dies feine, leichte, geistvolle Wesen geboren underzogen, da und nirgends anders erhielt es seine Unschuld inGedanken und Werken. Mir war es wie in der Krippe zuBethlehem zu Muth. Ich nahm einige Eicheln unter den Bäumenfür Dich auf und ging nach Coesfeld, wo sie täglich zur Kircheging, um die Stelle in der Jesuitenkirche zu sehen, wo Christusihr seine Krone aufgesetzt.

An diesem Ort residirt ein lutherischer Rheingraf von Salmmit vieler Dienerschaft, ein protestantischer Hofprediger ist da,und eben jene Iesuiteukirche ist gemeinschaftlich für Protestantenund Katholiken. Bor dem hohen Altar steht der lutherische Abend-mahlstisch, und aut derselben Kanzel, der gegenüber die in Gott