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1 (1855) (1855)
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An Dieselbe.

Mimen nmn 1. bk 8. Oktober 1818.

Ach, *) daß doch alle Menschen die Seligkeit und Süßig-keit der Wohlthaten Gottes in seiner Kirche genießen möchten!Ach, sie sollten schmecken, was ich schmecke! Ich wäre ja derelendeste Mensch, wenn ich nur ein Biertelstnndchen aus derHeerde Jesu wäre! Was der Herr an seiner Gemeinde thut,wissen Wenige. Ach, wie selig ist in der Kirche sein!"

Du mußt Dir bei diesen Worten keine frömmelnde, ver-drehte Spannung denken; nein, sie Patscht lächelnd dabei in dieverwundeten Hände, wie ein ungeduldiges, freundliches Kind.Eins weiß ich gewiß, wenn Du bei ihr gewesen wärest und siehätte Dir die Hand gedrückt, und so unendlich menschlich, flüchtig,leicht, tief, einfältig, herzlich, leis', gefühlig und verstehend mitDir geplaudert, wie sie es stundenlang mit mir thut alleTage, Du könntest das zu gleicher Zeit hilfloseste und hilf-reichste Geschöpf nicht mehr verlassen. Denn hier wäre wohlAlles, was Du bedürftest, um glücklich zu leben; ein Städtchenohne alle Kunst und Wissenschaft, wo man von keinem Dichterein Wort weiß, wo Abends vor jeder Thüre die Kuh gemelktwird, Alles schier Holzschuhe trägt, ja leider selbst die Meßdiener die Kinder auf den Straßen kommen Dir entgegen undreichen Dir Kußhändchen. Von weiblichen Handarbeiten weißman hier nichts, als Flachsbrechen, Hecheln, Spinnen und der-gleichen. Selbst reichere Bürgerstöchter sind gekleidet wie Mägde.

In ganz Dülmen ist noch kein Roman und gewissermaßenkeine Mode. Ein Jeder trägt, was er hat, bis es zerreißt, unddoch ist hier eine Hauptpoststraße und ein Posthaus, und derAufenthalt des Herzogs von Croh, mit einem Personal von

') Worte der gottseligen Emmerich.