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Karg dm 16. Srptemlirr,
10 Mr.
Heute sind wir so elend gefahren, wie von Dresden ausnie. Ich bin an einem ganz verzweifelten Schnupfen krank undhalb von Verstand. Morgen Mittag bin ich in Magdeburg,wie ich weiter komme, weiß ich nicht. Ich liebe *Dich vonHerzen — ich bin wie ein Felleisen, ich bin ganz todt.
Ich bin jetzt ganz ohne Ärger und Freude an der Reise,ich bin nur sehr müde, und weiß auch gar nicht, warum ichreiste. Was ich verließ, finde ich nirgends. — Mein Herz, werbist du? — In Potsdam fand ich bei Tisch den Maler Himmel,der vom Rheine zurück kam; er sprach entzückt von den Bildernmeines Bruders und von dem Leben dort. Ach, mein Kind,was soll mir das helfen!
Mginburg den 1t. Septriiilirr,
Mittag IS Nhr.
Eben bin ich angekommen, gestern hatte ich Fieber. Heuteist's bester; auch ist liebe Sonne, das ist schier wie ein freundlichGesicht. Ich komme zu spät für die Post. Ich muß ihrExtrapost nach, um Ein Uhr fahre ich nach Halberstadt undertappe sie vielleicht noch. Die Stadt freut mich, es ist da somanches Alte. Ein steinerner Kaiser auf dem Markt, vielGewerb, Schiffe, und betrübte, lange, lange Festungen.
Nächstens mehr; bete für mich. Recht rührten mich andieser einst katholischen Bischofsstadt hie und da an Häusernsteinerne Muttergottesbilder — unten Modehandlungen drin.Lieb Herz, so ist mancher Christ. Gott segne Dich. Vergißmich nicht.
Dein
Clemens.