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1 (1855) (1855)
Entstehung
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260
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Meilen von Dir bin; ja ich will es gar nicht denken, es müßtemich ja betrüben, und wenn ich ein Stein wäre, so lieb bistDu mir. Ich will diese Täuschung, daß Du mir ganz nah' seist,daß ich mit Dir redete, gar nicht unterbrechen, meine Briefewerden mir dann erlaubter Genuß sein und Dir Freude machen.Vor Allem möchte ich Dich an mein Herz drücken; dann aberden Menschen, der das Schreiben und der die Posten erfundenhat. Wie glücklich bin ich, ich kann mit Dir reden; ach, wennich lahm wäre, blind, rasend da könnte ich es nicht. O, meinGott! ich danke dir von ganzem Herzen für deine Wohlthaten.

Meine Reise bis hier ist in recht guter Gesellschaft vonbraven Leuten gewesen. Eine Jungfer aus dem Städtchen Burgbei Magdeburg, die in Berlin zu Besuch war, ganz hübsch still undsagt kein Wort, aber angenehm gefällig; dann ein Mecklen-burger alter Hauptmann, ein sanfter, in allen Künsten undWissenschaften passionirter Mann. Sehr freundlich und vonangenehmer, nie unverstehender Bildung, hat Religion, ist gegendie Bibelverbreitung, liest Arnd's wahres Christenthum, hatLuther und sein Käthel auf der Schnupftabaksdose, meint es seiviel nöthiger den Katechismus zu verbreiten. Er hat ein höheresNaturgefühl, große Nelkenzucht, und erzählt mit großer Freude,daß selbst abgeschnittene Blumen sich bewegen; er hat es mitEntzücken an einer Levkoje, die er in Erde befestigt, um sie zuzeichnen, bemerkt, daß sie sich zwei Grade links und rechtszweimal bewegte. Alles dies bringt in fein altes, erlebtesGesicht eine angenehme Lebendigkeit. Er hat große Gärten,malt, radirt, hat Kupferstiche, hält Jeden, der einen Bündelträgt, für einen Bilderhändler, ist ein großer Mechaniker undAstronom, und reist zu Nathusius wegen einer Luftpresse, umden Zucker aus den Runkelrüben zu Pressen; denn er fabricirtRunkelzucker aus Curiosität. Die Hauptsache ist: er ist geschieden;aber Du mußt nicht bös darüber sein, es ist Familienfehler, die