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1 (1855) (1855)
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An Dieselbe.

Berlin, 17. »i 1817. Abends.

Du sagtest heute früh, Du läsest gern an Dich Geschriebenes;das fällt mir jetzt um zwölf Uhr aufs Herz. Ich bin froh,Du wirst diese Worte gern lesen, sie sind an Dich geschrieben.

Was ich Dir sagen soll oder kann, das ist wenig. Schauin Dein Herz, da steht es drin; denn wahrhaftig, ich lege denKopf über diesen Brunnen und schaue den Himmel an. Istnicht viel Wohlwollen, viel Liebe, viel Sehnsucht nach Besserem,manche Sorge, Demuth, Freude, Unschuld und flüchtige Schuldin Deiner Brust? Das aber will ich Dir sagen, Du bist meineFreundin, und ich bin Dein Diener. Übertriebenes Lob hat einEnde, aber das ist Gold, ist das ein Lob? Was ist dennGold? Kann Gold selig werden? Aber mau kann es opfern!

Du bist mir durchaus zweierlei. Wenn ich Dir sage, daßich nichts Lieberes auf Erden kenne, als Dich, daß Du ewig vormeiner Seele wächst und blühst, so sage ich Dir das, alsmeiner geliebten, mit vielen Thränen und ewigem Dienste biszum Tode errungenen Schwester; so sage ich Dir das, damitDu Dich freust, daß Dein armer Freund eine Seele gefundenhat, der Du vertrauen kannst, wie Dir selbst Schwester!einem besseren Herzen, einem treueren, wahreren, frömmerenHerzen gönntest Du meine Neigung, aber keinem andern, alsdem Deinen. Ach, so werde dann immer besser, wahrer,frömmer! O, wie wohl werden wir uns Beide dabei finden!

Mein gütiger Jesus! wie soll ich dir danken!? Ich habekeine Worte für deine Güte gegen mich! Wem hast du michzugesellt? Ich darf lieben, darf vertrauen, wo du geliebt wirst,wo du selbst liebst. O welch ein Vertrauen auf mich Elenden!Mitten in einem Garten stehe ich voll Blumen, die alle deineliebsten sind, und unter denen du wandelst, wie könnten sie