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1 (1855) (1855)
Entstehung
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Habe ich Nichts erlebt, weiß, fühle, glaube, hoffe, liebe ichNichts? Was hat mich zu Dir getrieben? Habe ich Dir Nichtsgegeben als Steine, Dich einzumauern, auf daß ich eine Wandfinde mich anzulehnen, wenn mein Herz bricht? Dann wirstDu inwendig doch vielleicht nicht singen:

Ich baute eine MauerAus Gold und Edelstein;

Draus wohnet Nacht und Schauer,

Drin lichter Gnadeuschein.

Hab' alles Licht gezogenMit gottesdurst'gem Mund,

Verwölbt den HimmelsbogenIn meines Herzens Grund, u. s. w.

(Gesammelte Schriften I. Band. Seite 79.)

Dies unterschreibe, meine fromme, liebe Seele, weiter willich Nichts, als Alles, was Du willst; Du bist eine Seherinund doch keine. Es ist ganz anders, als Du denkst, daß eswäre, es ist so, wie Du möchtest, daß es wäre. Ist ein Feindda, so ist er in Dir wie in mir; willst Du ihn aus DirHeraustreiben, so habe ich ihn nur scheinbar lieb, weil manauch die Feinde lieben soll, nicht sie nähren, aber sie lehren.Du thust mir Unrecht und Dir.

Soll ich meine Zunge und meine Augen und mein Herzausreißen? Wie soll ich zu Dir gelangen, da Du stumm bist?Ich weiß Alles von Dir, von je und je, sonst wüßte ich nicht,was ich ewig beweint und beweine, daß ich eine Unschuldverloren habe.

Herr, es nah'n dir alle HändeMit den süßerfüllten Schalen,

Ich nur mit der bittern SpendeKann dir nie die Schuld bezahlen.

Drum hilf Du, wenn Du nur für einen Dreier Gütehast, Deinem Gast.