231
An seinen Bruder Franz.
Berlin den 1. Februar iM7.
Ich fühle mich berufen mein Testament zu machen, da ichim Begriff stehe, mit ganzer Seele vor Gott und seinenPriestern auf Erden mein Herz in einer Generalbeichte zuergießen, und im festen Vertrauen, daß unser Erlöser JesusChristus auch für mich gelitten, und daß seine Barmherzigkeitunendlich größer als meine schwere Schuld ist, freudig und reinein neues Leben anzufangen.
Lieber Bruder, Du hast durch Gottes Gnade DeinenGlauben von Jugend auf unerschüttert fest und rein erhalten,Du standest immer treu und rein da, wohin ich mit schweremHerzen, aber mit beseligender Zerknirschung zurückkehren muß;so nehme denn mein herzliches Bitten christlich und brüderlichan, daß Du mir Alles, was ich je Kränkendes und Beleidigendesmit Worten, Gedanken und Handlungen gegen Dich und dieDeinigen gethan, herzlich verzeihen mögest. Ich will es Alles,wie es mir armen Menschen nur immer möglich, wieder gut zumachen suchen.
Lebe wohl und Gott gebe Dir Frieden und Segen inDeinen Kindern.
Dein treuer Bruder
Manrerstraße Nr. S4. Clemens.
Än eine Ungenannte.
Berlin M7.
Innig geliebte Freundin, Gesellin, Gefährtin, Gehilfin,Schwester, Führerin, Spiegel und Fenster, Ansicht, Einsicht,Durchsicht, Leben, verlorenes, gefundenes und zu findendes!