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zu haben, die ich Dir gerne vorgelesen hätte, war allein ausinnerer Angst, ich möge unter der Last meiner Empfindungbrechen. Ich fühlte, es wäre besser gewesen, und ich hätte mehrzu Dir gesprochen, wenn ich Dir das gelesen hätte, denn esist ans meinem Innersten genommen, in Ton und Farbe undInhalt.
Ich begreife mich nicht, ich erschien erstaunt und mißbilligend,daß Du der armen, verlorenen Frau Dich erbarmst und ihrsogar ihren Roman halb abschriebst, und innerlich war einegroße Freude über Deine Milde und Dein Erbarmen, auf demich ja mehr stehe als jene Frau.
Hier tritt mein Schwager Arnim ein, der eben angekonnnen— er geht und August Stegemann kommt.
Ich gebe Dir diese unterbrochenen Ströme meiner Seele;Du hast an Pen Felsen geschlagen. Nimm es hin, es ist anDeine Seele, mein Innerstes nimm es hin und verzeihe. Ichbegehre nichts als Deine Schonung, Du bist sie mir schuldig,denn Gott hat Dich gütig gemacht.
Christtag.
An Dieselbe.
Berlin, Illmmr 7877.
Kaum habe ich Dich verlassen, kaum hast Du mir gesagt,daß meine Briefe doch gespannt und darum unwahr seien, sositze ich schon wieder hier und unterhalte mich mit Dir. Duwarst heute ungemein freundlich und gütig mit mir, und so binich auch ruhig und glücklich. Wem soll ich dies sagen, als Dir,meinem einzigen Freund auf Erden, Dir selbst, der ich es danke.
Ja, meine Liebe, ich danke Dir Alles! Das Leben ist mitmir ausgesöhnt durch Dich, und mit Gott mich auszusöhnen willich jetzt auch eilen, damit ich auch Deine Verzeihung ganz